Silben – ein Schlüssel zum flüssigen Wortlesen | 98
Shownotes
Viele Kinder lernen heute mit der Silbenmethode lesen. Doch immer wieder höre ich Kritik: Ist diese Methode wirklich sinnvoll oder erschwert sie das Lesenlernen sogar? Ausgelöst durch ein Gespräch mit einer Kollegin möchte ich die Silbenmethode in dieser Episode genauer unter die Lupe nehmen. Wir schauen uns an, wie sie funktioniert, warum sie wissenschaftlich gut untersucht ist und für viele Kinder einen wirksamen Einstieg ins Lesen bietet. Gleichzeitig sprechen wir darüber, für wen sie besonders geeignet ist und warum es trotzdem wichtig bleibt, jedes Kind individuell zu betrachten.
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Transkript anzeigen
00:00:10: Lernen unsere Kinder mit der richtigen Methode lesen.
00:00:14: Das ist eine Frage, die ich in dieser Folge gerne nachgehen möchte!
00:00:19: Wir arbeiten aktuell an den meisten Schulen mit der Silbemethode und genau die möchte ich hier vorstellen.
00:00:27: Wie ich darauf komme, ist das mich letztens eine Kollegin anschrieb und sagte sie habe irgendwo in einem Video gesehen dass die das Lesen lernen mit der silben Methode eben falsch wäre und seit Kinder so lesen lernen würden würden Kinder schlechter lesen.
00:00:43: Und genau das möchte ich heute ein Stückchen mir angucken, denn diese Methode des Silbenlehrendes ist evidenzbasiert.
00:00:50: es gibt ganz viele Belege dafür und wissenschaftliche Nachweise dass die diese Methote gut funktioniert und darum möchte ich die Methode einfach nochmal ganz klar vorstellen.
00:01:03: Ich freue mich, dass du dabei bist und es wird sicherlich eine spannende Folge.
00:01:32: Hallo und herzlich willkommen zu einer neuen Folge von LEGATALK, deinem Podcast rund um Legasthenie und Deskalkulit.
00:01:39: Mein Name ist Petra Rundenberg und ich bin integrative Lerntherapeutin und seit vielen Jahren in der Ausbildung von Legasthynien des Kalkulitträner tätig.
00:01:48: Heute geht es um ein Thema nämlich das Thema Lesen lernen mit der Silbenmethode.
00:01:52: was ist das eigentlich?
00:01:54: Warum hat sie sich so bewährt und warum ist sie für viele Kinder einfach hilfreich?
00:02:00: Denn wenn Kinder lesen lernen, stehen sie eigentlich vor einer riesigen Aufgabe.
00:02:04: Sie müssen zunächst mal Buchstaben erkennen.
00:02:07: Sie müssten diese Buchstabe in Laute umwandeln.
00:02:10: Sie mussten diese Laute zusammenziehen – das was sie da zusammenziehen muss für sie einen Sinn ergeben quasi!
00:02:17: Sie müssen dieses Wort, was Sie da hören und was Sie selber erlesen, das müssen Sie abgleichen mit dem Wortschatz den Sie haben, um dann zu sagen, ah ja kenne ich, stimmt habe ich richtig gelesen Und wir fangen eben immer an, dass die Kinder erstmal die Lautbuchstaben bzw.
00:02:34: Buchstaben lautbeziehung können müssen.
00:02:37: Danach lernen sie kleine Einheiten, die Silben kennen danach etwas größere, die Morpheme und Wortbausteine und dann erkennen Sie auch irgendwann mal ganze Wörter.
00:02:49: Und Silben sind eine ganz sinnvolle Brücke ins Leseland, wenn man so sagen möchte.
00:02:55: Sie machen Wörter überschaubarer.
00:02:58: Sie geben Struktur, sie geben Rhythmus und sie helfen zum flüssigen Lesen zu kommen.
00:03:05: Genau!
00:03:06: Diese Silbemethode hatte mich eine Kollegin angesprochen, dass sie gehört hätte.
00:03:12: Seit wir diese Silbenmethode nutzen würden Kinder schlechter lesen.
00:03:18: Das ist eine Korrelation die Stimmen mag aber eine Korrelation also etwas was einen Zusammenhang darstellt muss nicht unbedingt auch eine Ursache eine Kausalität sein.
00:03:30: Also ich sag mal zum Beispiel Im Sommer wird mehr Eis gegessen und im Sommer nehmen Badeunfälle zu.
00:03:38: Das liegt ja mal nicht daran, dass wir mehr Eis essen sondern es liegt daran das es wärmer geworden ist, dass die Leute mehr schwimmen gehen, dass sie vielleicht auch unvorsichtiger sind wenn sie schwimmengehen und das führt dazu, dass es mehr Bade Unfälle gibt egal ob die Leute eher Eis essen oder nicht.
00:03:55: Oder es gibt auch tatsächlich eine Korrelation, die man lange Zeit messen konnte.
00:04:00: Während die Population der Störche höher ist, gibt es mehr Kinder – das hat sich mittlerweile verschoben aber über lange Zeit konnte man das in Europa so sehen.
00:04:08: Das lag aber nicht an den Störchen und auf die Populierung der Stöhrchen zu verändern um die Geburtenkarte zu verendern wäre keine sinnvolle Maßnahme gewesen.
00:04:17: Es lag eher daran dass in ländlichen Gebieten zu diesem Zeitpunkt einfach noch mehr Kinder geboren wurden als in Städten Gebieten lebten mehr Störchen.
00:04:26: Also eine Korrelation, das als Witz am Rande hat noch lange nichts damit zu tun dass es eine Kausalität gibt und unsere Kinder lesen schlechter.
00:04:36: Es ist ein ganz großes Problem und ich bin ein großer Fan davon was wir uns dieser Sache annehmen und dass wir das Leseverständnis oder das Text Verständnis bei Kindern trainieren.
00:04:45: Man weiß jeder der mich kennt.
00:04:47: Das war auch ein Thema meiner Masterarbeit unter anderem aber und das ist glaube ich wichtig.
00:04:55: Lesen lernen ist deswegen so viel schwieriger geworden, die Zeit in der Schule zum Lesenlernen ist deutlich knapper geworden.
00:05:03: außerhalb der Schule wird häufig weniger gelesen.
00:05:06: Die Kinder kommen mit schlechteren Voraussetzungen in die Schule, die Klassen sind sehr heterogen und sehr gemischt.
00:05:15: Das sind alles Dinge, die sich wirklich aus lesen lernen, auswirken.
00:05:19: Und lesen ist das auch relativ klar, lesen lernt man nur durchlesen und je mehr Zeit man mit dem lesen lernen verbringt und die mehr zeit kinder haben zu lesen um so besser wird auch das ergebnis sein.
00:05:32: aber dann lass uns noch mal kurz zur silbe und zur silben method zurückgehen und uns hier des eis und die störche hinter uns lassen.
00:05:40: Die silbemethode meint dass eine silbe oder dass wir wörter in silben durchgliedern, das hilft uns beim lesen und schreiben.
00:05:47: unter anderem gibt es das thema dass wir silbenbögen einzeichnen habe ich gedruckt werden.
00:05:53: Die meisten werden das Mildenberger Programm kennen, wir können silben schwingen und all das gibt uns ein Hilfe einen Wort zu strukturieren.
00:06:05: Und natürlich ist die Silbe nicht die einzige Einheit, die es gibt.
00:06:09: Natürlich gibt es auch Fortbausteine und auch diese sind natürlich später eine Durchgliederungshilfe.
00:06:16: Das heißt zum Beispiel vor silben wie fair und vor wenn ich weiß dass sich die immer mit fauch schreibe dann ist das auch in der Rechtschreibung später leichter.
00:06:26: Also das bedingt sich alles miteinander.
00:06:28: Und Silben und Wortbausteine sind eben kein Entweder oder, sondern etwas was sich ergänzt!
00:06:34: Und klar ist, silbenbasiertes Lesetraining ist nachweislich geeignet die Flüssigkeit der Worterkennung auch bei schwachen Lesern zu fördern.
00:06:45: Da gibt es ganz viele Studien zu und sie sind einfach sehr aussagekräftig.
00:06:52: Dazu muss man aber sagen egal nach welcher Methode ich lesen lerne... Um später ein gutes Textverständnis zu haben, brauche ich mehr als das Wort.
00:07:02: Ich brauche den Satz und muss Kenntnis über den sogenannten Sündtags über die Satzbildung haben.
00:07:09: Ich muss verstehen können wie sich verschiedene Pronomen aufeinander beziehen in einem Satz.
00:07:14: Ich musste mir Fragen zu einem Text stellen können und ich musste diese Fragen auch beantworten können.
00:07:20: also ein gutes Leseverständnis endet nicht beim Wortlesen aber heute geht es ja jetzt erstmal um dieselben Methode.
00:07:28: Ich möchte mir dazu gerne nochmal auf dieses Stufenmodell nach Shiranäumann kommen, das ist auch eins der Punkte mit denen ich einfach sehr gerne arbeite.
00:07:39: Der Schlüssel ist natürlich vorab ein Stufen-Modell wie das was wir uns jetzt angucken heißt nicht es sind starre Treppen in den Kinder sich bewegen und dann stehe ich da sondern man kann es heute mehr überlegen, dass es vielleicht ist wie eine Strategie.
00:07:54: Ich kenne die Eine-Lese-Strategie, die erweitert sich durch eine nächste Lesestrategie.
00:07:59: Je besser ich in einer fortgeschrittenen Lesestrategie werde, desto weniger nutze uneffektivere Lesestrategie.
00:08:06: und so komme ich langsam voran und arbeite auch immer mit mehreren Strategien.
00:08:12: Gucken wir mal, also es geht ja so los dass sich zum Beispiel am Anfang jedes Wort nunmal ein Büchsstabe für Buchstabe erlesen muss.
00:08:20: Kinder haben an der Stelle kein Vorwissen.
00:08:23: das heißt als sie ihr lesen Wörter Buchstabel für Buchstäbe.
00:08:28: Anschließend kennen Sie kleinere Einheiten, eben zum Beispiel die Silbe und später erkennen sie auch ein ganzes Wort auf einen Blick.
00:08:37: Wenn du jetzt zum Beispiel Zeitung liest dann wirst du die meisten Wörter auf einen Blick erkennen.
00:08:41: der die das Nase, Hase, Herz Das sind alles Wörte die wir nicht mehr Buchstabe für Buchstabel lesen sondern wir haben dieses Bild für uns abgespeichert.
00:08:52: Es gibt drei große Stufen, die diese Strategien im Prinzip bündeln.
00:08:56: Da geht es los mit der sogenannten logografischen Stufe, die eigentlich meint dass die Schrift noch als Bild gesehen wird.
00:09:04: Das heißt Kinder malen ihren Namen im Kindergarten oder sie sehen einen großen gelben Buchstrammen und wissen es gibt Pommes sag ich mal.
00:09:12: auch.
00:09:12: das sind Dinge die eben eher als Bild wie ein Logo logographisch dargestellt werden.
00:09:18: Dann kommt die sogenannte alphabetische Stufe
00:09:21: d.h.,
00:09:21: dieser Kot, denn es ist ja letztendlich ein Kot.
00:09:24: Buchstaben sind laute die setzen wir zusammen und die bilden dann unsere gesprochene Sprache ab und Kinder müssen lernen diesen Kot zu knacken.
00:09:34: Sie fangen ganz langsam damit an natürlich mit leichten Wörtern.
00:09:38: Dann kommen lange Wörter, die ihnen natürlich am Anfang mehr Schwierigkeiten machen.
00:09:44: auch konsonanten Häufungen wie zum Beispiel F-R in Freude ist schwieriger zu lesen, als wenn ich nur das Wort Fall zu lesend habe.
00:09:53: Oder zum Beispiel Blume.
00:09:55: B-L-U ist ein ganz schwieriger Start für einen Kind um ein Wort zu lesenden.
00:10:00: Die Blume hört man oft manchmal auch die Plume oder auch draußen.
00:10:06: Das sind alles schwierige Konsonantenhäufungen am Anfang.
00:10:11: die einfach länger brauchen und auch mehr Übungen brauchen.
00:10:14: Trotzdem ist es immer der Moment, in dem mein Kind die Buchstaben zusammenzieht und aus den Buchstaben E, Ente oder den silben N- und T-Wirthente.
00:10:24: Und ich höre das und denke im meinem Kopf sehe ich das Bild dieser Ente und weiß, jo, ich habe es richtig gelesen!
00:10:30: Kein neuer Versuch – Es passt!
00:10:33: Erst danach kommt das Erkennen größerer Einheiten und genau da setzt auch die Silbe an.
00:10:39: Statt jetzt jeden Buchstaben einzeln zu erlesen, kann das Kind auf wiederkehrende Einheiten zurückgreifen nämlich die Silben oder Wortbausteine und vielleicht auch häufige kleine Wörter wie der, die das... Da kommen wir zum Punkt sublexikalisches Lesen.
00:10:58: also wir hatten vorher das Lesenbuchstabe für Buchstabe alphabetisches Lesen nennen.
00:11:03: Jetzt haben wir etwas, was schon kleine Einheiten liest – also kleine Häppchen!
00:11:08: Das macht das Lesen
00:11:10: schneller.".
00:11:12: Die Würzburger Gruppe zum Beispiel in der auch Marco Enemosa mit gearbeitet hat, hat gezeigt dass gezieltes Üben der häufigsten Silben die Worterkennung schneller und flüssiger macht besonders bei schwachen Lesern oder Liserinnen.
00:11:25: Die Silbe ist also dann tatsächlich ein Trainingshebel.
00:11:29: Und auch, wenn wir in eine andere Ecke gucken zum Beispiel bei Armin Born und Claudia Öler die mit ADHS Kindern arbeiten sagen das die Automatisierung von silben und größeren Wortteilen des Arbeitsgedächtnisses logischerweise entlastet und eben dazu führt dass Kinder schneller Wörter erlesen können.
00:11:51: Das heißt also, die Silbe ist nicht etwas was so der Dineseprozess stört sondern die Silve ist etwas als kleine Untereinheit die Kindern hilft Wörtern schneller zu erkennen.
00:12:03: Ich möchte hier nochmal ein kleines bisschen wissenschaftlich werden und zwar uns das sogenannte Dual Root Modell nach Cold Heart angucken.
00:12:11: Das heisst sie sagen es.
00:12:13: da geht es darum dass beim Lesen zwei Wege Da sind ein indirekter Weg, in dem ich wirklich jedes Wort Buchstabe für Buchsterbe erlese und dann der direkte wie ich über das gespeicherte Wortbild.
00:12:27: Anfangs ist ja klar Kinder haben noch keine Wortbilder aus Buchstaben abgespeichert dominiert logischerweise dass mühsame erlesen.
00:12:42: Ich sehe mir jeden Laut an, ich ziehe die Laute zusammen und dann gehe ich anschließend in die größere Einheit und kann die Silbe schon erkennen.
00:12:54: Und dann erkenne ich das ganze Wort.
00:12:55: wie ich vorhin gesagt habe wir können Nase auf einen Blick erkennen, wir können auch wahrscheinlich Haus auf einem Blick erkennen.
00:13:02: bei Auslandspostamteinsatz weiß ich nicht ob wir da doch eher eine kleine Einheiten lesen Wenn ein Wort kommt, was wir nicht kennen.
00:13:15: Dann fangen wir auch an, es Buchstabe für Buchstabel zu lesen oder bzw.
00:13:20: laut für laut zusammenzusetzen, denn wenn uns ein Wortbild unbekannt ist – weil zum Beispiel ein Fremdwort was wir noch nie gehört haben oder einen Wort das nicht in unserem Wortschatz ist -, dann haben wir das vielleicht noch nie gelesen und dann müssen wir das am Anfang auch erst noch Buchstaben für Buchstäbe zusammensetzen.
00:13:34: Das heißt die beiden Strategien schließen sich nicht aus aber je schneller und je besser ich lese umso mehr Wörter erkenne ich auf einen Blick Zeit.
00:13:45: Hier könnte man jetzt noch das Thema Benennungsgeschwindigkeit einbringen, es wird aber hier bei der Silbemethode zu weit führen.
00:13:51: Ich glaube da mache ich einfach mal einen extra Podcast zu denn die hat eine große Auswirkung darauf wie Kinder eigentlich Wörter auf einen Blick erkennen können.
00:14:02: Aber das war jetzt nur ein kleiner Zwischeneinschub.
00:14:05: Genau, Silben geben also eine klare Struktur und wir haben natürlich auch unterschiedliche Formen von Silben.
00:14:13: Möchte ich hier einmal eingehen auf die sogenannte offene Silbe und auf die geschlossene Silber?
00:14:20: Wir sprechen natürlich oder wir hören oft auch, es gibt Ansätze, die sagen Es gibt einen kurzen Vokal und es gibt ein langen Vokall.
00:14:28: Das ist fachlich absolut richtig!
00:14:31: Und das hat auch viel mit der Aussprache und dem Verständnis der deutschen Sprache zu tun.
00:14:36: Aber, und das ist aber wie schwer in meinen Augen.
00:14:39: Viele Kinder können diesen Unterschied nicht sicher hören.
00:14:43: Ich habe lange mit dieser Methode gearbeitet und es ist einfach auch immer schwieriger geworden dass Kinder nicht mehr in der Lage sind lange- und kurze Vokale zu erkennen.
00:14:54: Und wenn ich den Unterschied nicht höre ob das A in Nase oder das A nass das eine ist kurz das andere ist lang dann ist es ganz schwierig mit dieser Methode zu argumentieren.
00:15:07: Die silben Struktur ist an dieser Stelle aber sehr hilfreich, endet eine Silbe auf einen Vokal also bleibt sie offen wie zum Beispiel nah oder leh oder seh ist dieser Vokall in der Regel lang?
00:15:23: Ist die Silbe geschlossen?
00:15:25: Wie z.B.
00:15:26: den Komma- oder Wetter wird der Vokal kurz gesprochen, auch bei dem Wort Ente.
00:15:34: Die erste Silberart endet auf einem N ist also nicht offen sondern endet Mitsprech, also auf einem Konzernanten und deswegen ist sie eben eine geschlossene Silbe ente.
00:15:47: Daraufhin weiß ich sofort okay das Ganze wird kurz gesprochen.
00:15:51: aber soll ich euch ganz ehrlich was sagen?
00:15:53: Kinder achten nicht darauf!
00:15:55: Ist es eine offene Silb, ist es eine geschlossen Silbe?
00:15:57: die ziehen die Laute zusammen und gucken.
00:15:59: kenne ich das Wort was daraus kommt und kann mich das identifizieren.
00:16:03: Und wenn ich dann eben herkomme und einzelne silben schon erkenne jeden einzelnen laut zusammenziehen muss, werde ich einfach schneller an dieser Stelle.
00:16:15: Genau!
00:16:16: Warum ist das denn so?
00:16:17: Wenn ich jetzt eine Silbe erkenne oder wenn ich einen Wortstamm erkenomme oder wenn später das ganze Wort erkennt, warum entlastet das denn überhaupt?
00:16:25: Warum macht es das denn schneller?
00:16:28: Der Flaschenhals bei der ganzen Geschichte ist nun mal unser Arbeitsgedächtnis und das muss verdammt viel leisten.
00:16:35: Das ist aber begrenzt, das ist genetisch bedingt.
00:16:38: wir können unsere Arbeitsgedechnis nicht wie so ein Computer speichert durch einen neuen Chip erweitern.
00:16:43: Unser Arbeitsgedrechtnis ist begrenzten.
00:16:45: dass aktuell gängige Arbeitsmodell-Gedechnismodell sagt Wir können circa sieben Dinge im Arbeitsgedechnes behalten plus minus zwei würde es heißen fünf bis neun.
00:16:58: Aktuell geht man davon aus, dass dieses Modell nicht mehr so ganz korrekt ist und es sogar eher etwas weniger ist.
00:17:03: Das heißt wenn ich jetzt also alles als einzelnen Laut erkenne dann bin ich bei fünf Lauten ist mein Arbeitsgedächtnis voll Dann fällt der sechste laut nämlich die erste der am Anfang war raus um mich das Wort wieder zusammenziehen will wird schwierig.
00:17:18: Und das heißt wenn Ich jetzt aber eine Silbe sehe wie zum Beispiel la oder kom, egal ob sie offen oder geschlossen ist.
00:17:25: Braucht diese Silbe auch nur einen Platz in meinem Arbeitsgedächtnis?
00:17:29: Ich habe etwas gemacht was wir im Arbeitsgedächnes- oder in der Forschung auch so genannte Chancs bilden also Gruppen bilden eine Silbe ist eine Gruppe.
00:17:39: Auch ein Wortbaustein wie zb fair oder vor ist eine gruppe und das nimmt nur einen platz weg.
00:17:46: Das heißt wenn ich jetzt die Silbe nah und die Silbesee erkenne, uns setzt sich zusammen.
00:17:51: Nase hat mein Arbeitsgedächtnis nur zwei Plätze belegt während wenn ich N-A-S-E lesen muss sind vier Plätze weg.
00:18:00: deswegen macht es das einfach Schneller.
00:18:04: Jede Einheit, die größer ist als der einzelne Buchstabe macht das Wort lesen schneller und dieselbe ist einfach ein Schlüssel auf dem Weg zum flüssigen Lesen.
00:18:14: Und wenn ich sieben- und wortbausteine eben erkenne und zusammensetze werde ich irgendwann auch Die ganzen Wörter erkennen und der Kopf hat mehr Platz für das Leseverständnis.
00:18:26: Um nämlich, wenn ich überlege... Ich habe hier dann einen ganzen Satz, der aus mehreren Wörtern besteht.
00:18:31: Und diese Wörte muss sich auch wieder zusammenbringen damit ich diesen Satz erlesen kann.
00:18:38: Also die selben Methode ist eine gut belegte Methode, die Kindern hilft lesen zu lernen.
00:18:48: Es gibt aber auch andere Ansätze.
00:18:51: Und ich möchte hier gar kein Dogma aussprechen und sagen, die Methode ist richtig oder DIE Methode is richtig!
00:18:57: Zunächst müssen wir immer auf das einzelne Kind gucken.
00:19:01: wo steht dieses Kind aktuell in seinem Prozess zum Lesen lernen?
00:19:04: Wir müssen also eine gute Förderdiagnostik machen.
00:19:06: wenn wir diese Förder Diagnostika gemacht haben können wir herkommen und dass Kind an der Stelle abholen wo es steht und gucken was es gerade braucht.
00:19:16: aber eins zeigt die Forschung ganz Klar.
00:19:20: Lesen lernt man nur durch lesen und eine Korrelation die gibt es ganz klar, je mehr Zeit Ich mit dem richtigen Lesematerial verbringe, umso besser werde ich lesen lernen.
00:19:32: Das richtige Lesematerial bedeutet jetzt nicht dass sich unbedingt silben oder andere Methoden welche Methode ich nehme sondern das richtige Lesematreal muss an den Punkt ansetzen wo das Kind mit dem ich arbeite gerade steht.
00:19:45: also ist es schon in der Lage alle Buchstaben zu erkennen und den Laute umzuwandeln kann es überhaupt lautes zu Wörtern zusammenziehen.
00:19:54: Kann es laut überhaupt Verschleifen?
00:19:55: ist die nächste Fähigkeit, die ich brauche?
00:19:58: Kann es dann anfangen Silben zu erkennen und Silben zusammensetzen Und immer an der Stelle wo das Kind gerade steht muss sich mit meinem Training ansetzen.
00:20:08: Also zum Beispiel ist es überhaupt nicht gut zu sagen, weil ja viel lesen hilft viel und deswegen soll das Kind jetzt mal ganz mühsam alle Aufgaben des Mathematikunterrichts entziffern und weiß am Ende gar nicht wie die Textaufgabe geht.
00:20:21: nein Lesen muss natürlich immer an der Kompetenzstufe ansetzen, wo das Kind gerade steht.
00:20:26: Und Lesetraining muss ich auch irgendwann, wenn ein Kind vielleicht in Klasse drei oder vier noch sehr schlecht ist im Lesen – warum?
00:20:34: Auch immer!
00:20:35: Weil es vielleicht eine Legerszene hat, weil es nicht genug Möglichkeiten hatte zu üben… etwas mit den Ohren war, was zu spät erkannt ist.
00:20:45: Dann sollte ich irgendwann herkommen und sollte das tägliche lesen, was sich jetzt zum Beispiel für Aufgaben braucht auch durchaus mal für das Kind übernehmen.
00:20:53: Das heißt im Kind die Aufgabe vorlesen damit es in Mathe und HSU auch weiter kommen kann und das Lesetraining damit es auch beim Lesen weiter kommt genau da ansetzen wo das Kind aktuell steht.
00:21:04: Das heisst saubere Förderdiagnostik und dann herkommen, mit dem Kind an den Punkt zu arbeiten.
00:21:12: Und jetzt nochmal zusammenzufassen.
00:21:15: Silben sind also hilfreich weil sie eben beim Lesen lernen kleine Einheiten bilden die das Arbeitsgedächtnis entlasten und deswegen ist es denke ich ganz wichtig dass wir diese Silbemethode jetzt nicht irgendwelche Leute verunsichern und sagen wo die Kinder lesen jetzt so schlecht?
00:21:33: Weil wir diese Methode einfach nutzen.
00:21:36: Wenn du mehr über das Thema Leseverständnis wissen möchtest, habe ich hier noch ein Blogartikel verlinkt und ich wünsche dir viel Spaß sowohl beim Blogartikel als auch bei der Folge!
00:21:47: Und wenn du Fragen zu dem Thema hast dann schreib mir gerne eine E-Mail oder einen Kommentar.
00:21:53: Wenn dich das irgendwie umtreibt oder du merkst, da bin ich jetzt auch verunsichert, dann lass mich das gerne wissen.
00:22:00: Dann können wir das vielleicht aus der Welt schaffen.
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